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Callisto from Berlin and the Curse of the Black Toothpaste (post in deutscher Sprache)

Updated: Mar 25


#Satire #dorky #nerdy #dad jokes


TDLR: Es ist eine kurze Geschichte über eine jüngere Callisto, die experimentierfreudig war und gerne die selbstgemachten Produkte ausprobieren wollte. Eine Geschichte über eine jüngere Callisto, die eine Liebe in ihrer Zahnpasta gefunden hat, um es dann zu entdecken, dass die Qualität ihres Lebens ab diesem Zeitpunkt noch mehr eine sinusoidale Form annehmen wird.

 

Eine kurze mikrobiologische Einführung leicht gemacht:

Die Mundhygiene ist eine der relevantesten Arten von Körperpflege. Man schätzt ein, dass auf den Händen über 150 Bakteriengattungen leben, während ein Zuhause in unserem Mund über 700 Bakteriengattungen und noch etlichen Pilze gefunden haben. Es ergibt schon intuitiv Sinn: in unserem Mund ist es gemütlich warm, feucht und dunkel. Wir mögen es doch auch, wenn es weich, warm und feucht ist!

Das ist u.a. ein Grund, warum wir vor einem Kontakt mit (m)einer Vagina schön und vorbildlich die Hände waschen. Die weiblichen Genitalien verstehen sich nicht so gut mit fremden Bakterien aus Fernbedingung, Türklinke, oder Geld :)

Aber meine Vagina hat doch selbstverständlich auch Bakterien!
Die vaginale Mikroflora besteht zu 90-95% aus Lactobacillus. Es ist die gute Bakteriengattung, die auch unsere Därme und Harnwege so gerne besiedelt und die für zahlreichen Prozesse in unserem Körper zuständig ist.
Diese helfen uns u.a. dabei, uns vor den Pilzen und übertrieben vielen Bakterien zu schützen.

Im Bezug darauf sollen wir darauf achten, dass unsere armen Lactobacilli von uns nicht allzu überfordert werden und dass wir für eine richtige Mundhygiene sorgen! Doch mit unserem Mund beginnt auch das Verdauungsprozess!

Es ist eine kurze Geschichte über eine jüngere Callisto, die experimentierfreudig war und gerne die selbstgemachten Produkte ausprobieren wollte. Eine Geschichte über eine jüngere Callisto, die eine Liebe in ihrer Zahnpasta gefunden hat, um es dann zu entdecken, dass die Qualität ihres Lebens ab diesem Zeitpunkt noch mehr eine sinusoidale Form annehmen wird.
Wie einige von Euch wisst, beschäftige ich mich stark mit Ernährungswissenschaften und immer wenn ich ein Einzelteil unserer Umwelt sehe, will ich wissen, woraus es besteht, welche Wirkung es auf unseren Körper ausübt und in welchen Zusammenhängen es zu anderen Gegebenheiten steht.
Im Kurzen: ihr seht ein Steak und ich sehe eine sehr leckere Zusammensetzung der Aminosäure und Fette, die ich in meinen Mund reindrücken will.









Es stellt sich dabei heraus, dass die Herstellung von einer Zahnpasta nach keinem super großen Wissensvermögen verlangt. Zumindest im Verhältnis zur Planung einer adäquaten Mahlzeit. Dabei ist sie eindeutig viel einfacher, als das Zusammenrühren von einem Enzympeeling (falls ihr auf den Gedanken kämet, ein Enzympeeling selbstständig herzustellen, klopft ihr erst bei Euren Nachbarn an und bietet ihnen an, die Krallen von ihren Katzen zu trimmen. Wenn ihr danach immer noch Kapazitäten habt, Eure Wünsche zu verwirklichen, bleibt euch nichts anderes übrig, als eine gute Drogenwaage und Brillen zu besorgen. Brillen, falls Ihr, wie ich, gut genug seht. Es stellt sich heraus, dass gut genug für manche Tätigkeiten doch nicht ausreichend ist. Es ist gut genug, um die Abfahrtszeit von einer U-Bahn auf dem Bildschirm zu entziffern, offensichtlich aber stressig, wenn Du mit Säuren spielst. Eine Drogenwaage ist allerdings erwünscht.

Wer aber eine eigene Zahnpasta machen will, muss sich auch an keine pharmazeutischen Einheiten, oder großartigen Proportionen halten und trotzdem riskiert nicht, die Schleimhaut für eine bedingte Zeit deutlich zu reduzieren.

Zusammenfassend: nach einer Recherche wirkte das Produktionsprozess von einem Zahnputzmittel sehr einladend.
Es waren auch die Zeiten, wenn eine jüngere Callisto voller Ideale und Enthusiasmus war und geschworen hätte, dass das Kochen das absolut Beste und gar nicht anstrengend wäre. Sogar fast so gut wie die Sex und Essen selbst!
Und so begann mein Zahnpasta-Abenteuer. Erst hatte ich mit den einfachsten Zutaten angefangen, bis ich die Rezeptur aufgrund meiner Erfahrung weiter- und weiter entwickelte.

Ich bin auch ganz stolz auf mich, dass mein Zahnarzt mich für den Zustand meiner Zähne lobt. Und mein Geldbeutel ist mir selbstverständlich dafür auch sehr dankbar. Halt *9 auf 10 Zahnärzte empfehlen*.

Kennt Ihr das Gefühl, wenn ihr direkt, nachdem ihr die Zähne geputzt habt, plötzlich einen unwiderstehlichen Appetit kriegt? Nach einer normalen Zahnpasta schmeckt alles wie eine brennende Boshaftigkeit? Als ob diese leckere Orange Dir in den Mund aus Trotz gespuckt hätte?
Nach meiner Zahnpasta schmeckt die Orange wie ein gewöhnliches Obst, das tagelang im Kühler verbracht hatte, bevor es in den Laden landete. Es schmeckt wie ein gewöhnliches Obst, bloß ohne die extra Note einer Enttäuschung mit der Qualität unserer Lebensmittelindustrie. Stattdessen kannst Du eine Hochachtung für die Globalisierung und ihrer wirtschaftlichen Vorteile rausschmecken.

Dieselben Vorteile der Globalisierung, die es mir erlaubt haben, diese Zahnpasta für mich zu machen und somit meinen Alltag, bzw. eine Woche alle drei Monate, für immer zu verfluchen.

Ich habe über die Jahre hinweg einen sehr starken Bezug auf meine Zahnsalbe entwickelt und es fällt mir sehr schwer, sie mit einem Ersatzmittel auszutauschen. Leider habe ich mittlerweile nicht nur die Begeisterung gegenüber dieser Zahnpflegesubstanz, sondern auch meine kulinarische Faulheit entwickelt, die zum Glück den Ausmaß von meiner Hingabe gegenüber meinem Mundhygienemittel nicht nachgeholt hat.

Trotzdem stellt sie einen Grund dar, warum das gesamte Herstellungsprozess meistens bis zu einer Woche dauern kann.

Es kommt immer der Zeitpunkt, dass die Ressourcen zu Ende kommen. Die Kohle in der Mine, Erdöl, der Honig im Glas, so wie die Zahnpasta.

Und somit wird es mir bei einer Anspruchsnahme klar, dass ich eigentlich schon an den Glasboden kratze. Es ist offensichtlich ein Zeichen dafür, dass ich diese schwarze Substanz nachmachen muss.
Aber es ist doch noch ein bisschen da übrig, dann habe ich noch ein bisschen Zeit. Auf diese Art und Weise verbringe ich die kommenden Tage, indem ich ganz unruhig werde, dass es immer weniger Zahnpasta in meinem Glas gibt.

Wir kommen mit meiner Erzählung fast zu Ende!
Am Tag 0 kratze ich wortwörtlich die allerletzten Überresten von der Salbe aus den Glaswänden ab und in meinem Unterbewusstsein, das eigentlich schon auf die Oberfläche herausgeschwommen ist und sich deutlich ins Bewusstsein kristallisiert hat, findet ein Kampf statt! Vielleicht warte ich noch ein paar Tage ab? „Ich kann doch meine Notfallzahnpasten benutzen!“ versus „Meine anderen Zahnpasten sind für einen Notfall gedacht. Gehört, deiner Meinung nach, deine Faulheit wirklich zu einem Notfallsituation-Szenario?

Ihr könnt Euch sicherlich noch an meine Orangen-Analogie erinnern. Zu meinem Morgenritual gehören ein Kakao und ein grüner Tee. Meistens in dieser Reihenfolge. Es ist etwas, was mein Morgen entweder sehr schön, oder sehr enttäuschend gestalten kann. Wie bei manchen ihrer Morgenkaffee und eine Zigarette. Wir haben alle unseren Genussmittel, die unseren Morgen angenehmer machen. Etwa wie ein Kakao, das, gefälligst, aus der Boshaftigkeit nicht in meinen Mund mit dem Ekel spuckt.
Bei einer Standardpasta habe ich nicht nur einen ungewöhnten Geschmack in meinem Mund, sondern auch verträgt sich mein Getränk mit meinen verwirrten Geschmacksgaumen nicht mehr. Definitiv folgen wir dann dem Spuck-mir-in-den-Mund-Skript.
Nicht sexy. Ich habe schon den Herren in den Mund gespuckt und wir beide empfanden das als ganz aufregend. Es war allerdings keine Menthol Zahnpasta – Orange – Situation.

Da kenne ich schon die Antwort. Es ist spät Abends und eigentlich möchte ich bald schlafen gehen. Kurz davor sammle ich noch die Zutaten auf, die ich verantwortungsvoll nach dem letzten Mal nachgekauft habe, und die 5 Minuten lange Arbeit beginnt!

Falls Ihr Interesse daran habt, wie man so ein Fluchobjekt bei sich Zuhause machen kann, schreibe ich noch das Rezept auf. Die Reklamationen wegen der Trennungsangst werden nicht berücksichtigt!
Die Hauptzutaten:
Kokosöl
Xylitol
Die Tonerde (grün)
Rosmarinöl
Teebaumöl
Nelkenöl
Extras:
Die Tonenerde (weiß & blau)
Zimtpulver
Nelkenpulver
Anispulver
Zimtöl
Eukalyptusöl
Aktivkohle
Das Post dient der satirischen Zwecke und enthält einen Anteil an Hyperbolen als rhetorisches Mittel. Die Existenz von der Zahnpasta wird von mir allerdings mit einer Ernsthaftigkeit bestätigt. The struggle is real! Da es aber kein Course of the Black Toothpaste, sondern ein Curse of the Black Toothpaste ist, wird die Zubereitung von meiner Qual-quelle erst nicht erklärt.
Falls es Dir allerdings tatsächlich super wichtig wäre, die weiteren Details zu wissen, schreib mich an. Wenn noch jemand sein Wunsch äußert, mehr darüber in Erfahrung zu bringen, werde ich demnächst noch ein extra Post dazu 'begehen'.
Die weißen und tollen Zähne seien mit Euch!
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